Das Segment »Besuchersicherheit« ist in Deutschland bislang unterrepräsentiert und nur vereinzelt mit eigenständigen Inhalten
gefüllt. Erst das Großschadensereignis des Jahres 2010 hat die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit geweckt. Die Anforderungsprofile
an technisch verantwortliche Fachkräfte haben sich seitdem verändert bzw. die Messlatte ist durch Schadensfälle und Beinaheunfälle
höher gelegt worden. Eine multidisziplinäre Weiterbildung mit dem Anforderungsprofil zur sicheren und methodischen
Beurteilung von Veranstaltungsplanungen gibt es in dieser Form bisher nicht.

Der Fachplaner Besuchersicherheit wird als Reaktion auf diesen besonderen Bedarf von der Fachhochschule Köln (Zentrum für
akademische Qualifikationen und wissenschaftliche Weiterbildung) in Zusammenarbeit mit dem Kooperationspartner Europäische
Medien- und Event-Akademie (EurAka) in Köln und Baden-Baden angeboten. Die Entwicklung und Sicherstellung des wissenschaftlichen
Niveaus erfolgt durch das Institut für Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr der FH Köln, der Europäischen
Medien und Event-Akademie und des Fachverlags xEMP (Praxisleitfaden Versammlungsstättenverordnung u.a.). Die wissenschaftliche
Leitung wird Prof. Dr. Ing. Heinz-Willi Brenig (FH Köln) übernehmen, der sich mit Forschung zu kritischen Infrastrukturen,
der zivilen Sicherheit und der Risikoanalyse beschäftigt. Er ist zudem Mitglied der Arbeitsgruppe Veranstaltungssicherheit
und der Schutzkommission des Bundesministeriums des Innern.

Der Fachplaner Besuchersicherheit wird in mehreren Blöcken wochenweise über einen Zeitraum von zwei Semestern angeboten
und einen Stundenumfang von 300 Unterrichtseinheiten haben. Ein anwendungs- und transferorientiertes Lernen bildet die
Grundlage der Weiterbildung und wird in Bezug auf das akademische Niveau mit den Seminaren der FH und Kursen der Europäischen
Medien- und Event-Akademie vergleichbar sein.

Inhalte der Module werden u.a. die notwendigen Grundlagen, Begrifflichkeiten und Regelwerke sein, Verwaltungsverfahren und
-abläufe spielen eine prominente Rolle, ebenso die Risikoanalyse und -bewertung sowie die Anwendung von Ingenieurmethoden
(z.B. Simulationsberechnung). Natürlich steht der Mensch im Mittelpunkt des Geschehens. Es wird umfangreiche Inhalte zu
Besucherverhalten, Besucherströmen und soziologisch-psychologischen Themen geben. Aus dem Zusammenwirken resultieren
Maßnahmen, die etwa Kern eines Sicherheitskonzepts sind. Die Planung, Erstellung und Bewertung von Sicherheitskonzepten
nach §43 MVStättV und Landesrecht werden eine wichtige Stellung im Angebot einnehmen. Kaufmännische Themen werden
ebenso behandelt, denn Maßnahmen müssen kalkulierbar und wirtschaftlich darstellbar sein. In einem Praxisblock werden aktiv
Tätigkeiten in mehreren Disziplinen trainiert (z.B. Fü̈hrung und Gefahrenabwehr) und mit Exkursionen ergänzt. Alle Module werden
von erfahrenen Referenten (aus Forschung, Lehre und Praxis) durchgeführt.

Das Angebot richtet sich an PlanerInnen, TechnikerInnen, MeisterInnen für Veranstaltungstechnik wie an Ingenieurinnen und Ingenieure
der Fachrichtungen Bau bzw. Rettungsingenieure und an Studierende entsprechender Fachrichtungen. Die Weiterbildung
ist zudem für ArchitektInnen, JuristInnen und Verwaltungsbedienstete sowie Angehörige der polizeilichen und nicht-polizeilichen
Gefahrenabwehr zugänglich. Für alle Module werden ECTS-Credit-Points vergeben, so dass einzelne Module von Studierenden
absolviert und als Wahlpflichtangebote angerechnet werden können. Bei erfolgreicher Absolvierung aller Module erhalten
die Teilnehmenden ein Zertifikat der FH Köln.

Die erste Lehrgang startet im März 2013, weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der FH Köln oder der EurAka Baden-Baden.
Studierende der FH Köln und LehrgangsteilnehmerInnen der EurAka erhalten einen Rabatt. Interessenten haben die Möglichkeit, die Bildungsprämie bzw. den Bildungsscheck NRW zur Teilkostenerstattung einzusetzen oder einen Antrag auf Teilförderung aus Mitteln des ESF zu stellen.